| Jahresbericht 2000 |
|
1. Rückblick und Vorstandsarbeit
Mit der Gründung des Vereins am 27. März 2000 gab sich eine immer grösser werdende Gruppe von Jüdinnen und Juden – grossteils Mitglieder der IGB – die notwendigen Strukturen, um auch in der Öffentlichkeit als Interessengemeinschaft mit klarem Profil auftreten zu können.An der Gründungs-GV wurden der Vorstand und das Co-Präsidium gewählt. In der Folge setzten die schon bestehenden Arbeitsgruppen ihre vielfältige Arbeit fort und der Vorstand nahm seine Arbeit auf. Die Gründung des Vereins Ofek erfolgte in einer für die IGB bewegten Zeit, in deren Zentrum die Wahl eines neuen Rabbiners stehen sollte. Die mit der Wahl verbundenen gemeindepolitischen Aktivitäten bildeten denn auch den Schwerpunkt der politischen Arbeit von Ofek und beanspruch-ten den Vorstand intensiv – dieser setzte damit die Tätigkeit der Arbeitsgruppe Politik fort. Eine Arbeitsgruppe „Gottesdienstvorbereitung“ hat während des Berichtsjahrs regelmässige Gottesdienste zu Kabbalat Schabbat sowie vereinzelt an Schabbat Morgen und Feiertagen organisiert. Erfreulicherweise konnten wir auch einige Bar- und Batmitzwot in unserem Kreise feiern. Waren wir zu Beginn noch im Borromäum zu Gast, eröffnete sich später die Möglichkeit, im Cercle – einem jüdischen Haus – unsere Gottesdienste abzuhalten. Die Freitagabend-Gottesdienste sind zusammen mit den Seder-, Channuka- und Sukkot-Veranstaltungen zu einem festen Teil der Ofek-Aktivitäten geworden. Die Tradition zu wahren und sie in zeitgemässe Formen zu bringen, ist zentrales Anliegen des religiösen jüdischen Lebens innerhalb von Ofek. Das Lernen ist dabei ein wesentliches Element, denn nur die aktive und gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit der Tradition von Tora und mündlicher Lehre kann jü-dische Antworten auf das heutige religiöse Leben hervorbringen. Deshalb wurden denn auch von Ofek verschiedenste Möglichkeiten angeboten, jüdisches Wissen zu erweitern und zu vertiefen:
3. Kulturelle Aktivktäten Die Arbeitsgruppe Kultur stellt neben der Politik und der Religion das dritte Standbein von Ofek dar. Mit grossem Engagement und Umsicht haben es die Mitglieder der Kulturgruppe verstanden, kulturelle Veranstaltungen in grosser Vielfalt zu organisieren.Ein Abend mit dem Musiker (und Ofek-Mitglied) Jochanan ben Adam eröffnete die Aktivitäten der Kulturgruppe. Es folgten ein Ausflug zur ehemaligen jüdischen Gemeinde in Porrentruy. Wie bereits erwähnt, war auch die Auseinandersetzung mit religiösen Inhalten Teil der Kulturarbeit: Die Veranstaltung „Wohin gehen wir“ mit Adina Ben-Chorin (Zürich), Theodor Much (Wien) und Rab-biner Reuven Hammer (Jerusalem) im Oktober 2000 gehörte sicherlich zu den Höhepunkten der kulturell-religiösen Aktivitäten. Eine Reise nach Luzern zur Ausstellung „Kunst und Kabbalah“ führte uns in die ergreifende künstlerische Tätigkeit von Fishel Rabinowicz ein. Zuvor hatte Schlomo Ross einem grossen Publikum die Feinheiten des Jiddischen nähergebracht. Den vorläufigen Abschluss im Berichtsjahr setzte die Veranstaltung zum Jom haSchoah, welche die Kulturgruppe in Zusammenarbeit mit den Christlich-Jüdischen Projekten, der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft und der Gesellschaft Schweiz-Israel durchführte. Shlomo Graber erzählte von seinen unfassbaren Erlebnissen in den Lagern der Schoah. Seine Bilder dazu konnten das Unfassbare nicht fassbarer machen – wohl aber zum emotionalen Miterleben führen. 4. Ausblick
Auf gemeindepolitischer Ebene wird sich Ofek weiterhin dafür einsetzten, Pluralismus und Toleranz innerhalb der Gemeinde zu fördern und zu verwirklichen. Wir werden versuchen, in der Rabbinerfrage gemeinsam mit allen konsensbereiten Kräften nach Lösungen zu suchen, welche von einer breiten Mehrheit der IGB-Mitglieder mitgetragen werden kann. Wie schon berichtet, werden wir uns auch mit unseren eigenen Inhalten und dem Zusammenleben innerhalb von Ofek auseinandersetzten. Ofek ist keine homogene Gruppe, und die Vielfalt gehört zu den Stärken unseres Vereins. Diese Vielfalt gilt es bewusst zu pflegen, und deshalb werden wir auch eine Debatte um die Grundwerte unseres politischen, religiösen und kulturellen Zusammenlebens führen müssen. |