Jahresbericht 2003

1. Ofek und IGB
2. Gottesdienste
3. Lernen
    3.1. Schiurim, Vorträge und Workshops  
    3.2. Lerntag Jom Ijun
4. Kultur
5. Vorstand und Sekretariat


 
1. Ofek und IGB
Hauptthema der gemeindepolitischen Tätigkeit des Vorstandes im Berichtsjahr war die Frage der Zusammen-arbeit mit dem neu gewählten Rabbiner und mit dem Vorstand der Israelitischen Gemeinde IGB.
Nachdem ein erstes Treffen nach Amtsantritt von Rabbiner Arie Folger im Frühjahr kon¬struktiv verlaufen war und auf Möglichkeiten der Zusammenarbeit hoffen liess, dis¬tanzierte sich Rabbiner Folger im September bei einem zweiten Treffen von gemeinsa¬men Aktivitäten, die sich als Unterstützung von Ofek deuten lassen könnten. Die Konsequenzen der sich aus dieser Haltung ergebenden Situation wurden am 26. Oktober an ei¬nem vom Vorstand einberufenen Plenum diskutiert.  
Nach der Absage des Rabbiners, im Kreis von Ofek einen Schiur zu geben, fanden auf Initiative des IGB-Vorstandes mehrere Treffen von Vertreterinnen und Vertretern der beiden Vorstände statt. IGB-Präsident René Spiegel und Vorstandsmitglied Jossi Hess erschienen zur zweiten Hälfte des Plenums vom 26. Okto¬ber, beantworteten Fragen, nahmen Anliegen entgegen und diskutierten mit den an¬wesenden Ofek-Mitgliedern.

2. Gottesdienste
Im Vereinsjahr 2003 fanden elf Gottesdienste statt, acht an einem Freitagabend, drei an einem Schabbat- oder Feiertagmorgen. Das Dwar Tora, der Kommentar zum jeweiligen Wochenabschnitt, bildet inzwischen einen festen Bestandteil der Gottesdienste an Kabbalat Schabbat und wurde von verschiedenen Männern und Frauen vorbereitet. Auch das Leinen, das Lesen aus der Tora, wurde von verschiedenen Erwachsenen und auch von einzelnen Jugendlichen, die bei Ofek Bar- oder Batmizwa gefeiert hatten, gestaltet. Ofek heisst auch in Zukunft Interessierte, ganz besonders Jugendliche, zur Gestaltung des Gottesdienstes willkommen.
Zum Plaudern und Verweilen laden die reichhaltigen Kidduschim im Anschluss an die Gottesdienste ein, die von Corinne Kind Hofmann, Fränzi Weinberger und Brigitte Spielmann vorbereitet werden. Besonders reich-haltig gestaltete sich wiederum der Kiddusch im Anschluss an den Schabbatmorgengottesdienst am 1. Tag von Sukkot.  
Erstmals traf sich Ofek anlässlich von Jom Ha’azmaut zu einem Freitagabendessen. Rund 65 Leute nahmen an dem Anlass teil, der kulinarisch von Smadar Heid durch ein schön dekoriertes und reichhaltiges israeli-sches Buffet gestaltet wurde. Wie schon in den vergangenen Jahren nahmen an Chanukka wieder über 100 Personen am Freitagabendessen teil. Das vegetarische Catering hat sich auch 2003 bewährt.
Sämtliche Gottesdienste, Kidduschim und Freitagabendessen haben 2003 im Quartierzentrum QuBa an der Bachlettenstrasse stattgefunden. Der seit vorletztem Jahr bestehende Mietvertrag mit dem QuBa ermöglicht uns die regelmässige Nutzung der schönen und gut gelegenen Räumlichkeiten sowie die Lagerung unserer Siddurim und Chumaschim, unserer Torarolle sowie des Kiddusch-Materials im abschliessbaren Keller. Im QuBa haben die Ofek-Gottesdienste inzwischen ein festes Zuhause gefunden.

3. Lernen

3.1. Schiurim, Vorträge und Workshops  
Der im August 2002 begonnene Schiurzyklus «Die Feiertage in Mischna, Midrasch und Ritus» wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2002 fortgesetzt. Die Referierenden Dr. Susanne Plietzsch, Rabbiner Michael Gold-berger und Marcel Lang beleuchteten die Feiertage Rosch Haschana und Jom Kippur, Purim, Pessach, Scha-wuot sowie Sukkot aus den drei verschiedenen Perspektiven.  
Im Herbst 2003 begann einer neuer Zyklus: Unter dem Titel «Persönlichkeiten aus dem Tenach und der nachbiblischen jüdischen Geschichte» finden einmal pro Monat Schiurim, Workshops und Vorträge statt. Den Anfang machte im November Gilbert Puder mit einem Abend über König David, im Dezember stellte Dr. René Bloch, Bern, Josephus Flavius vor. Der Zyklus dauert bis Ende 2004. Folgende Persönlichkeiten werden im Rahmen dieses Zyklus vorgestellt: Rabbi Meir und Bruria (Dr. Susanne Plietzsch), Abraham Geiger (Prof. Alfred Bodenheimer), Kain (Meret Gutmann), Tamar (Yvonne Bollag), Ruth (Ruth Nordmann), Elijahu (Rabbiner Michael Goldberger), Jona (Orli Herz), Jacques Derrida (Dr. des. Alexandra Stäheli), Sigmund Freud (Henri Dreyfus) und Juda der Makkabäer (Eva Pruschy). Das aktuelle und vollständige Programm wird jeweils auf der Homepage von Ofek (www.ofek.ch) publiziert.

3.2. Lerntag Jom Ijun
Das Thema «Integration und Ausgrenzung» stand im Mittelpunkt des Lerntags Jom Ijun, der am Sonntag, 16. November 2003 in den Räumlichkeiten der Israelitischen Gemeinde Basel IGB stattgefunden hat. Jom Ijun wurde nach 2001 und 2003 bereits zum dritten Mal durchgeführt und wiederum von der IGB und Ofek gemeinsam organisiert. Rund 150 Erwachsene und Jugendliche aus Basel, Zürich, Bern und weiteren Ortschaften besuchten an Jom Ijun bis zu drei Veranstaltungen à eineinhalb Stunden und konnten sich dabei jeweils für eines von drei verschiedenen Angeboten entscheiden. Der Lerntag wurden von folgenden neun Referentinnen und Referenten gestaltet: Rochelle Allebes (Zürich), Dr. René Bloch (Bern), Prof. Michael Brenner (München), Prof. Anat Feinberg (Heidelberg), Rabbiner Michael Goldberger (Zürich), Dr. Sima Kappeler-Berkowitz (Zürich). Dr. Alain Nordmann (Basel), Esther Orlow (Zürich), Dr. Susanne Plietzsch (Basel). Das Programm sowie Protokolle der einzelnen Veranstaltungen befinden sich auf der Homepage von Ofek (www.ofek.ch).  
Zu den Zielen von Jom Ijun gehört es, Leute mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichem Vorwissen zu einem gemeinsamen Lernen rund um jüdische Themen zusammenzuführen. Der integrative und verbindende Charakter von Jom Ijun ist ein wesentliches Merkmal der Veranstaltung. Er basiert auf einer Idee von Limmud (vgl. www.limmud.org) in England, wo jedes Jahr Ende Dezember rund 2000 Männer, Frauen und Kinder aus allen jüdischen Richtungen zu einem fünftägigen «Lernhappening» zusammenkommen. Jom Ijun findet auch 2004 wieder statt, und zwar am Sonntag, 14. November zum Thema «Jüdische Identität».

4. Kultur
Die Kulturgruppe von Ofek initiierte zwei Vortragsveranstaltungen, die gemeinsam mit der Bildungskommission der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB), der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft und den Christlich-Jüdischen Projekten im Foyer des IGB-Gemeindehauses durchgeführt wurden. Beide Anlässe wurden jeweils von über 30 Personen besucht. Am 5. Mai 2003 sprach Tamara Adler über «Jüdische Identität in der Postmoderne – auf der Suche nach einer neuen Definition». Sie schilderte, wie früher vor allem Antisemitismus und Selbsthass, seit 100 Jahren aber auch zionistischer Nationalismus die jüdische Identität begründet haben. Adler setzte diesen identitätsstiftenden Elementen das rabbinische Denken entgegen, das sich u. a. durch pluralistische Autorität auszeichne.
Am 26. Mai 2003 sprach Astrid Starck-Adler über den Wandel der jüdischen Identität von Frauen im Märchen. An Hand von Auszügen aus dem jiddischen Märchenbuch (Mayse bukh, 1602) zeichnete sie die traditionellen Frauentugenden nach, die bis weit in die Neuzeit nicht hinterfragt wurden. Von der 20-seitigen Dokumentation mit zwei transkribierten Märchen (Deutsch und Französisch), die an dem Anlass auflag, gibt es noch ein paar Exemplare. Diese können via E-Mail Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können bestellt werden.

5. Vorstand und Sekretariat
Im Berichtsjahr sind Nora Refaeil, Rolf Stürm und Marcel Lang aus dem Vorstand ausgetreten. Charles Wyler hat das Amt des Kassiers an Galia Wernli übergeben, ist aber weiterhin im Vorstand.
Seit Oktober 2003 arbeitet Ingrid Thönen als Teilzeit-Sekretärin für Ofek. Ihr Pensum beträgt zehn Stellenprozente, ihre administrativen und organisatorischen Aufgaben umfassen sämtliche Tätigkeitsbereiche des Vereins. Insbesondere auch die Organisatorinnen von Jom Ijun sind Ingrid Thönen dankbar für ihre professionelle Unterstützung bei den intensiven Vor- und Nachbereitungen des Anlasses.

Valérie Rhein  Catherine Fürst
Präsidentin  Vizepräsidentin

Basel, 4. Mai 2004

 

Jahresbericht 2004 (doc, 70KB)