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1.Ofek und IGB
Im
Berichtsjahr beschäftigte sich der Vorstand mit den Folgen der Arbeit
Zuko (Zukunftskommission der IGB) für Ofek. Voten an der Veranstaltung
vom 10. April 2005 im Hotel Hilton, die Ergebnisse der Zuko-Umfrage vom
Sommer sowie der Vorstoss einer Privatperson zeigten, dass eine
wachsende Zahl von IGB-Mitgliedern die Meinung vertritt, Ofek-
Gottesdienste seien eine unterstützenswerte und notwendige Ergänzung
des offizellen Angebots der IGB und es sollten dafür Räumlichkeiten auf
dem Areal der IGB zur Verfügung stehen. Auch aus dem Vorstand der IGB
gab es positive Signale: Drei neu gewählte Vorstandsmitglieder sprachen
sich in der Gemeindezeitung für Integration und Öffnung aus, und der
Präsident, Prof. René Spiegel, erklärte einer Delegation des Basler
Grossen Rates am Tag der offenen Tür der IGB, er setze sich seit Jahren
dafür ein, dass Ofek für die Gottesdienste Räumlichkeiten auf dem
IGB-Areal erhalte und sei zuversichtlich, dass in absehbarer Zeit eine
Lösung gefunden werde.
Der Ofek Vorstand hat gestützt auf all
dies mit Schreiben vom 15. 11. 2005 der IGB einen formellen Antrag auf
Nutzung von Räumlichkeiten für die Gottesdienste auf dem Areal der IGB
gestellt. Im Dezember 2005 fand ein Gespräch zwischen den beiden
Vorständen statt; der IGB-Vorstand entschied, zunächst den Rabbiner mit
Abklärungen zu beauftragen.
Am Tag der offenen Tür anlässlich des Jubiläums der IGB war Ofek mit einem eigenen Stand anwesend.
2. Gottesdienste
Im
Vereinsjahr 2005 fanden elf Gottesdienste statt, acht an einem
Freitagabend, drei an einem Schabbat- oder Feiertagmorgen. Von Januar
bis Juni wurden die Gottesdienste von Rabbiner Bea Wyler, Wettingen,
gleitet. Im zweiten Halbjahr teilten sich die Mitglieder der
Gebets-Vorbereitungs-Arbeitsgruppe sowie Daniel Goldberger diese
Aufgabe. Für die Vorbereitung und Organisation der Gottesdienste sind
Isaak Eshkol, Orah Mendelberg (Arbeitsgruppen-Leitung), Susanne
Plietzsch, Valérie Rhein und Emily Silverman zuständig.
Das Dwar
Tora, der Kommentar zum jeweiligen Wochenabschnitt, wurde sowohl für
Freitagabend als auch für Schabbatmorgen von verschiedenen
Teilnehmenden vorbereitet. Auch das Leinen, das Lesen aus der Tora,
wurde von verschiedenen Männern, Frauen sowie auch Jugendlichen,
gestaltet. Ofek heisst weiterhin Interessierte, insbesondere auch
Jugendliche, zur Gestaltung des Gottesdienstes willkommen.
Im
Anschluss an die Gottesdienste findet jeweils ein reichhaltiger
Kiddusch statt, der die Gottesdienst-Teilnehmenden zum Plaudern und zum
gemütlichen erweilen einlädt. Rebecca Binder, Miriam Mendelberg und
Rahel Plietzsch haben die Kidduschim vorbereitet. Im Dezember hat im
Anschluss an den Kabbalat-Schabbat-Gottesdienst wiederum ein
Freitagabendessen stattgefunden. Zahlreiche Mitglieder und
Sympathisierende, darunter auch viele Familien mit Kindern, haben daran
teilgenommen. Für das – auch dieses Jahr hervorragende – Kulinarische
und für die die Organisation und das festliche Schmücken des Raums
zeichneten Smadar Heid, Corinne Kind und Galia Wernli verantwortlich.
Sämtliche
Gottesdienste, Kidduschim und Essen haben 2005 im Quartierzentrum QuBa
an der Bachlettenstrasse stattgefunden. Der seit 2002 bestehende
Mietvertrag mit dem QuBa ermöglicht uns die regelmässige Nutzung der
schönen und gut gelegenen Räumlichkeiten sowie die Lagerung unserer
Siddurim und Chumaschim, unserer Torarolle sowie des Kiddusch-Materials
im abschliessbaren Keller.
3. Lernen
3.1. Schiurim, Vorträge und Workshops
Im
Berichtsjahr wurden insgesamt drei je dreiteilige Schiur-Zyklen
durchgeführt. Der erste Zyklus widmete sich dem Thema «Armut»: Was
versteht man unter Armut und welches ist das jüdische Verständnis von
Armut? Ist Armut etwas Gottgegebenes, das man hinnehmen muss? Oder
gibt es Vorstellungen, wie man Armut nicht nur bekämpfen kann, sondern
auch muss?
Am Beispiel von Texten aus der Tora und der rabbinischen
Literatur ging Rabbiner Bea Wyler, Wettingen, diesen Fragen nach. Wyler
leitete auch den Schiur-Zyklus zum Thema «Was ist Halacha?» Im ersten
Teil standen dabei frühe rabbinische Schriften wie Mischna, Tossefta,
Talmud und Midrasch im Vordergrund. Im zweiten Teil lernten die
Teilnehmenden klassische halachische Werke aus dem Mittelalter und der
frühen Neuzeit kennen, darunter die Mischne Tora, den Tur und den
Schluchan Aruch. Der dritte Schiur widmete sich der Frage, wie Halacha
in der Gegenwart betrieben wird.
«Innerjüdischer Dialog:
Pluralismus im Denken von David Hartman» lautete der Titel des dritten
Zyklus, der von Michel Bollag, Zürich, geleitet wurde. Der
Religionsphilosoph David Hartman sieht im Pluralismus ein Denksystem
der Gegenwart. In seinen Reflexionen unternimmt er den Versuch,
Pluralismus und das moderne orthodoxe jüdische Denken zusammenzuführen.
In seinem Schaffen engagiert sich Hartman für innerjüdischen und
interreligiösen Dialog. Ausgehend von David Hartmans Philosophie
vermittelte Bollag Einblicke in das Thema Pluralismus.
3.2. Lerntag Jom Ijun
Zu
den Zielen von Jom Ijun gehört es, Leute mit unterschiedlichen
Interessen und unterschiedlichem Vorwissen zu einem gemeinsamen Lernen
rund um jüdische Themen zusammenzuführen. Der integrative und
verbindende Charakter von Jom Ijun ist ein wesentliches Merkmal der
Veranstaltung. Er basiert auf einer Idee von Limmud (vgl.
www.limmud.org) in England, wo jedes Jahr Ende Dezember rund 2000
Männer, Frauen und Kinder aus allen jüdischen Richtungen zu einem
fünftägigen«Lernhappening» zusammenkommen.
Das Thema «Tradition,
Innovation, Kontinuität» stand im Mittelpunkt des fünften Lerntags Jom
Ijun, der am Sonntag, 20. November 2005 in den Räumlichkeiten der
Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) stattgefunden hat. Jom Ijun wurde
seit 2001 ein Mal pro Jahr in Zusammenarbeit von Ofek und der IGB
organisiert. Über 180 Erwachsene und Jugendliche aus Basel, Zürich,
Bern und weiteren Ortschaften besuchten anlässlich von Jom Ijun 2005
bis zu drei Veranstaltungen à eineinhalb Stunden und konnten sich dabei
jeweils für eines von drei bis fünf verschiedenen Angeboten
entscheiden. Der Lerntag wurde von folgenden zehn Referentinnen und
Referenten gestaltet: Adina Ben-Chorin (Zürich), Michel Bollag
(Zürich), Prof. Anat Feinberg (Heidelberg), Rabbiner Arie Folger
(Basel), Rabbiner Michael Goldberger (Zürich), Omri Hason (Bern),
Marcel Lang (Basel), Clive Lawton (London), Barbara Spectre (Stockholm)
und Dr. Heidy Zimmermann (Basel). Das Programm sowie Protokolle der
einzelnen Veranstaltungen befinden sich auf der Homepage von Jom Ijun
(www.jomijun.ch).
Nach fünf Jahren übergaben die bisherigen
Organisatorinnen Emily Silverman und Valérie Rhein den Lerntag an
Rochelle Allebes und Miriam Virctory Spiegel. Jom Ijun findet 2006 zum
ersten Mal in Zürich statt, und zwar am Sonntag, 19. November zum Thema
«Dialog».
4. Kultur
Ganz
im Zeichen von sephardischer Musik stand eine Konzert-Matinee, die am
6. März im Gemeindehaus der IGB stattgefunden hat. Das Ensemble
«Morgenröte» mit Orah Mendelberg (Gesang, Trommel, Tambourin), Beate
Kleis (Akkordeon, Blockflöte), Maria Jürgens (Querflöte, Blockflöte)
und Harald Weber (Texte) ermöglichte dem Publikum an jenem winterlichen
Morgen mit seinen warmen Klängen eine Reise in eine Welt, die von Liebe
und Sehnsucht erzählte. Gedichte von Hilde Domin rundeten das Programm
ab.
5. Sekretariat
Seit
Oktober 2003 arbeitet Ingrid Thönen als Teilzeit-Sekretärin für Ofek.
Ihr Pensum beträgt zehn Stellenprozente, ihre administrativen und
organisatorischen Aufgaben umfassen sämtliche Tätigkeitsbereiche des
Vereins. Im Berichtsjahrhat sich Ingrid Thönen zunehmend in die
Verwaltung der Homepage eingearbeitet. Im März 2006 konnte die 2005 vom
Atelier Frank in Berlin designte und von Lorenz Schwarz technisch
eingerichtete neue Ofek-Webpage in Betrieb genommen werden.
Valérie Rhein Catherine Fürst
Präsidentin Vizepräsidentin
Basel, 9. Mai 2006
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