Jahresbericht 2006
1.Ofek und IGB

Das Gespräch mit der IGB bezüglich der von Ofek gewünschten Räumlichkeiten für Gottesdienste auf dem Areal der IGB wurde zwar weiter geführt, entgegen den im letzten Jahresbericht geäusserten Hoffnungen ergab sich im Berichtsjahr jedoch keine Lösung.

Der Ofek Vorstand unterstützt die laufenden Bemühungen für eine Revision von §6 der IGB Statuten («weibliche Mitglieder sind nicht wählbar als Gemeindepräsident...») und hat ein Mitglied ins entsprechende Initiativkomitee delegiert.

2. Gottesdienste

Im Vereinsjahr 2006 fanden, wie in den Vorjahren, insgesamt elf Gottesdienste statt, acht an einem Freitagabend und drei an einem Schabbatmorgen. Die Gottesdienste leitete am Schabbatmorgen Daniel Goldberger, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei. Am Freitagabend teilten sich die Mitglieder der Gebets-Vorbereitungs-Arbeitsgruppe diese Aufgabe: Isaak Eshkol, Orah Mendelberg (Arbeitsgruppen-Leitung), Susanne Plietzsch, Valérie Rhein und Emily Silverman.

An der Gestaltung der Ofek-Gottesdienste sind viele weitere Personen beteiligt. So wird beispielsweise das Dwar Tora, der Kommentar zum jeweiligen Wochenabschnitt, sowohl für Freitagabend als auch für Schabbatmorgen von verschiedenen Teilnehmenden vorbereitet. Auch das Leinen, das Lesen aus der Tora, wird von verschiedenen Männern, Frauen und Jugendlichen gestaltet. Ofek heisst weiterhin Interessierte, insbesondere auch Jugendliche, zur Gestaltung des Gottesdienstes willkommen.

Im Anschluss an die Gottesdienste findet jeweils ein reichhaltiger Kiddusch statt, der die Gottesdienst-Teilnehmenden zum Plaudern und zum gemütlichen Verweilen einlädt. Rebecca Binder, Miriam Mendelberg, Rahel Plietzsch und Mirjam Plietzsch haben die Kidduschim im 2006 vorbereitet.

Seit September 2006 werden Gottesdienste in unregelmässigen Abständen gemeinsam mit dem Verein «Migwan» durchgeführt. Am ersten Abend Chanukka hat neben dem Kabbalat-Schabbat-Gottesdienst auch das anschliessende traditionelle Freitagabendessen gemeinsam mit Migwan stattgefunden. Zahlreiche Mitglieder und Sympathisierende der beiden Vereine, darunter auch viele Familien mit Kindern, haben daran teilgenommen. Für das Kulinarische zeichnete auch 2006 wieder Smadar Heid verantwortlich.

Sämtliche Gottesdienste, Kidduschim und Essen haben 2006 im Quartierzentrum QuBa an der Bachlettenstrasse stattgefunden. Der seit 2002 bestehende Mietvertrag mit dem QuBa ermöglicht uns die regelmässige Nutzung der schönen und gut gelegenen Räumlichkeiten sowie die Lagerung unserer Siddurim und Chumaschim, unserer Torarolle sowie des Kiddusch-Materials im abschliessbaren Keller.

Die Zahl der Besucherinnen und Besucher der Ofek-Gottesdienste ist seit 2005 rückläufig: Nahmen in den Anfängen ab April 1999 regelmässig bis zu 50 Personen an den Gottesdiensten teil, bewegte sich die Zahl der Teilnehmenden im 2006 zwischen 10 und 25 Personen. Eine Ausnahme bildet der Chanukka-Gottesdienst mit anschliessendem Freitagabendessen, an welchem jeweils zwischen 80 und 100 Personen teilnehmen. Es wird Aufgabe der Gebets-Vorbereitungs-Arbeitsgruppe sowie des Vorstands sein, Gründe für diese Entwicklung zu erörtern und allfällige Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

 3. Lernen
3.1. Schiurim, Vorträge und Workshops
 
Im Januar des Berichtsjahres begann ein neuer Schiur-Zyklus zum Thema «Religion, Volk oder Kultur? Be-trachtungen zum Judentum». Wer Jüdinnen und Juden zu ihrer jüdischen Identität befragt, erhält ganz unterschiedliche Antworten. Für die einen steht die Religionspraxis im Vordergrund, für die anderen eine Verwurzelung in der ereignisreichen jüdischen Geschichte. Wieder andere begründen ihre jüdische Identität auf biblischen und rabbinischen Schriften, auf einer ethischen Grundhaltung und Lebensweise, auf jüdischer Kultur, auf Spiritualität oder auf von Generation zu Generation überlieferten lieb gewonnenen Traditionen. Das alles – und vieles mehr – gehört zu den Facetten des heutigen Judentums, die in diesem Zyklus erforscht wurden. Zehn Referierende haben verschiedenste Blicke auf die Vielfalt des heutigen Judentums geworfen: Kultur (Gabrielle Rosenstein), Musik (Prof. Gilead Mishory), Geschichte (Prof. Jacques Picard), Spiritualität in der Basler Chawura (Dr. med. Pierre Loeb), Frauen im orthodoxen Gottesdienst (Dina Herz), Religionspraxis und Assimilation (Prof. Alfred Bodenheimer), Opferung am Beispiel der Akeda Jitzchak/Bindung Isaaks (Michel Bollag), Dreitagejuden (Rabbiner Bea Wyler), Volk (Rabbiner Michael Goldberger) und Jiddisch (Ester Whine). Der Zyklus wird bis Juni 2007 fortgesetzt.
Die Zahl der Besucherinnen und Besucher der Ofek-Lernveranstaltungen erwies sich in den vergangenen Jahren als stabil. Regelmässig nehmen zwischen 15 und 30 Personen an den Schiurim, Vorträgen und Workshops teil.

3.2. Lerntag Jom Ijun

Zu den Zielen von Jom Ijun gehört es, Leute mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichem Vorwissen zu einem gemeinsamen Lernen rund um jüdische Themen zusammenzuführen. Der integrative und verbindende Charakter von Jom Ijun ist ein wesentliches Merkmal der Veranstaltung. Er basiert auf einer Idee von Limmud (vgl. www.limmud.org) in England, wo jedes Jahr Ende Dezember rund 2000 Männer, Frauen und Kinder aus allen jüdischen Richtungen zu einem fünftägigen «Lernhappening» zusammenkommen.

Jom Ijun wurde seit 2001 ein Mal pro Jahr in Zusammenarbeit von Ofek und der IGB organisiert (vgl. www.jomijun.ch) und von einer wachsenden Zahl von Teilnehmenden besucht (2004 und 2006: 180 Personen). Nach fünf Jahren haben die Initiantinnen und Organisatorinnen Emily Silverman und Valérie Rhein den Lerntag an Rochelle Allebes und Miriam Virctory Spiegel übergeben. Jom Ijun fand am 19. November 2006 zum ersten Mal in Zürich statt und widmete sich dem Thema «Dialog». Ofek sowie die IGB haben den Lerntag 2006 finanziell unterstützt. Jom Ijun 2007 findet am 18. November wiederum in Zürich statt.

4. Kultur

Auch im Kultur-Bereich haben Migwan und Ofek im Berichtsjahr zusammengearbeitet: Am 25. Juni 2006 haben die beiden Vereine zum Konzert «Majssen und Lidelech» ins Borromäum eingeladen. Durch das abwechslungsreiche musikalisch-literarische Programm führte das Ensemble «Morgenröte» mit Orah Mendelberg (Gesang, Trommel, Tambourin), Beate Kleis (Akkordeon, Blockflöte), Maria Jürgens (Querflöte, Blockflöte) und Harald Weber (Texte).

5. Sekretariat

Seit Oktober 2003 arbeitet Ingrid Thönen als Teilzeit-Sekretärin für Ofek. Ihr Pensum beträgt zehn Stellenprozente, ihre administrativen und organisatorischen Aufgaben umfassen sämtliche Tätigkeitsbereiche des Vereins sowie die Verwaltung der Homepage.

Valérie Rhein     Catherine Fürst
Präsidentin         Vizepräsidentin

Basel, 5. Juni 2007