| Jahresbericht 2007 |
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1.Ofek und IGB Ins Berichtjahr 2007 fiel die Aufhebung des statutarischen Verbots, Frauen fürs Präsidium der IGB zuzulassen. Der Ofek Vorstand hatte das Initiativkomitee unterstützt und zur Teilnahme an der IGB-Gemeindeversammlung aufge-rufen. Für die Bewegung Ofek, die ja neun Jahre zuvor nach der Ablehnung des gleichen Begehrens entstanden war, ist der Erfolg vom 4. Juni 2007 ganz besonders erfreulich. 2. Gottesdienste
Im Vereinsjahr 2007 fanden, wie in den Vorjahren, insgesamt elf Gottesdienste statt, acht an einem Freitagabend und drei an einem Schabbatmorgen. Die Gottesdienste leitete am Schabbatmorgen Daniel Goldberger, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei. Am Freitagabend teilten sich die Mitglieder der Gebets-Vorbereitungs-Arbeitsgruppe diese Aufgabe: Isaak Eshkol, Orah Mendelberg (Arbeitsgruppen-Leitung), Susanne Plietzsch, Valérie Rhein und Emily Silverman. 3.1 Schiurim, Vorträge und Workshops Der im Januar 2006 begonnene Schiur-Zyklus zum Thema «Religion, Volk oder Kultur? Betrachtungen zum Judentum» wurde in der ersten Hälfte des Berichtsjahrs fortgesetzt. Sieben Referierende haben an je einem Abend nochmals verschiedene Blicke auf die Vielfalt des Judentums geworfen und Einblicke in folgende Themen vermittelt: Das Volk des Buches (Edouard Selig), liberales Judentum (Nicole Pöell), Judentum und Feminismus (Dr. Susanne Plietzsch), Aussenansichten (Marie-Louise Rütti, befragt von Billy Meyer), Jüdischer Pluralismus in der Antike (Dr. René Bloch) und die koschere Küche (Steffi Bollag und Albert Dreyfuss). Der Schiurzyklus des zweiten Halbjahrs 2007 begab sich auf die Spuren des Phänomens «jüdische Streitkultur» und dessen mehrtausendjähriger Geschichte: «Streiten um des Himmels willen? Jüdische Streitkultur gestern und heute» lautete das Thema. Basel, Zürich, Lausanne, Berlin oder Prag - wo immer jüdische Menschen zusammenleben, wird gestritten. Längst jedoch geht es nicht mehr allein um Differenzen in der Auslegung biblischer Schriften, wie sie - um des Himmels willen - in der rabbinischen Literatur während Jahrhunderten gepflegt und kultiviert worden ist. Politik, Geld und Macht sind die vorherrschenden Themen geworden. Verbinden, so lautete die Frage zu Beginn des Zyklus, uns Jüdinnen und Juden am Ende nur noch Streit, innerjüdische Debatten und Krisen? Welches sind die Hintergründe von Konflikten und welche Wege könnten in eine konstruktivere Zukunft führen? Themen und Referierende dieser Reihe waren: Machloket: die rabbinische Diskussions- und Streitkultur (Rabbiner Michael Goldberger), Tikkun Olam/Vervollständigung als jüdischer Wert (Rabbiner Bea Wyler), Einheitsgemeinde im 21. Jahrhundert? (Dr. Ralph Weill), Gemeindedebatten aus journalistischer Sicht (Yves Kugelmann) sowie Zwei Juden, drei Meinungen: Streiten Juden anders? (Samuel und Katia Rom). Regelmässig nahmen zwischen 15 und 30 Personen an den Schiurim, Vorträgen und Workshops teil. 3.2 Lerntag Jom Ijun
Zu den Zielen von Jom Ijun gehört es, Leute mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichem Vorwissen zu einem gemeinsamen Lernen rund um jüdische Themen zusammenzuführen. Der integrative und verbindende Cha-rakter von Jom Ijun ist ein wesentliches Merkmal der Veranstaltung. Er basiert auf einer Idee von Limmud (vgl. www.limmud.org ) in England, wo jedes Jahr Ende Dezember über 2000 Männer, Frauen und Kinder aus allen jüdischen Richtungen zu einem fünftägigen «Lernhappening» zusammenkommen. Jom Ijun (vgl. www.jomijun.ch) wurde 2001 bis 2005 einmal jährlich in Zusammenarbeit von Ofek und der IGB organisiert und von einer wachsenden Zahl von Teilnehmenden besucht (2004 und 2005: je 180 Personen). Nach fünf Jahren haben die Initiantinnen und Organisatorinnen Emily Silverman und Valérie Rhein den Lerntag an Rochelle Allebes und Miriam Victory Spiegel übergeben. Jom Ijun fand am 18. November 2007 zum zweiten Mal in Zürich statt und widmete sich dem Thema «Gut und Böse - Bilder des anderen». Ofek hat den Lerntag 2007 finanziell unterstützt. Jom Ijun 2008 findet am 16. November wiederum in Zürich statt. Ofek bekennt sich zur Vielfalt des Judentums, die sie als Stärke sieht. Diese offene Ausrichtung wirkt attraktiv auf Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) ebenso wie auf weitere Interessierte. Dies zeigte sich zum Beispiel am Sonntag, 28. Oktober 2007, bei einem gut besuchten kulturellen Anlass: Im bis auf den letzten Platz gefüllten Foyer des IGB-Gemeindehauses konnten wir mit Dani Lévy zu einem Matinée-Talk begrüssen, moderiert durch den Basler Journalisten und Mediator Billy Meyer. Als Abschluss der seit Januar 2006 laufenden Reihe «Betrachtungen zum Judentum» erzählte der Regisseur und Schauspieler Dani Lévy, wie sich das Judentum auf seine berufliche Tätigkeit auswirkt. Dani Lévy lebt und arbeitet in Berlin. Er wurde 1957 in Basel geboren und wuchs in einer liberalen jüdischen Familie auf. Als Jugendlicher war er Mitglied im Jugendbund Emuna. Mit 22 Jahren ging er nach Berlin, in die Stadt, aus der seine Mutter 1939 geflohen war. «Du mich auch» (1985/86), «Stille Nacht», «Meschugge», «Väter», «Alles auf Zucker» und «Mein Führer - die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler» (2006/07) - dies die Filmtitel, mit denen er sich zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Filmemacher entwickelte. In der Fremde sei er sich allmählich seiner «jüdischen Erbschaft» bewusst geworden, sagte der Film-schaffende. 5. Sekretariat
Seit 2003 arbeitet Ingrid Thönen als Teilzeit-Sekretärin für Ofek. Ihr Pensum beträgt zehn Stellenprozente, ihre administrativen und organisatorischen Aufgaben umfassen sämtliche Tätigkeitsbereiche des Vereins sowie die Verwaltung der Homepage. Ihr sei ganz herzlich für ihr zuverlässiges Wirken gedankt. |